Lyrik

Jan Klapperbeen (Gedicht und Bild von Wencke Rowek)

Jan Klapperbeen

 


Im kleinen Raum liegst Du am Fenster

Es nieselt und die Sonne scheint

Die Blätter glitzern und Du schläfst

Du schläfst und wir

wir sitzen neben Dir

 

Es nieselt und die Sonne scheint

In einem weit entfernten Grün da sitzt ein kleines Blinken

Ein rotes Leuchten, das nach vorne drängt

 

Und vor der Scheibe noch ein zweites Licht

Gelb strahlt es in mein Herz hinein

Du röchelst und

Du schläfst und wir

wir sitzen neben Dir

 

 

Es nieselt und zwischen Zweigen glitzert es

Die Blätter werden gelb und rot

 

Ich halte Deine warmblaugrüne Hand

Du träumst und tanzt und lachst mit Mieke

Es nieselt und im letzten Sonnenschein

flattert ein, nein, flattern zwei

                                                                    Admirale zwischen dem Regen an unsrem Fenster vorbei

 

                                                                           Die Blätter werden gelb und rot

                                                                     Du tanzt mit Mieke und kannst ihr in die Augen sehn

                                                                      Blickst über Dich und greifst ins Leere

 

                                  Du kannst ihr in die Augen sehn

                       Du schläfst und wir

                          wir sitzen neben Dir -

                               Du büst alleen mit dien Jan Klapperbeen*

 

Ich liebe Dich, Du hast mich wach gedacht

Ich weiß, Du musst jetzt gehn

 

 

 

(* Du bist allein mit Deinem Jan Klapperbein = der Tod)

 

Gedicht "Über" von der Dichterin Wencke Rowek aus Nordfriesland

Strähne für Strähne

Laufendes, abgemargertes Pferd ("Strähne für Strähne" Lyrik)

 

Ich habe die falschen Wächter gefeuert

suche nach Sinn

und zwecke mich fremd

 

Ich stelle mich

stelle mich lebend

mich lebend auf

Auf mich vertrauend

 

               Strähne für Strähne striegle ich mein Glück